Zwei Podcast-Folgen zu Pflegerobotern

Der BGW-Podcast „Herzschlag – Für ein gesundes Berufsleben“ ist eine erfolgreiche Serie der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. „Wie bleibt man bei der Arbeit fit, gesund und motiviert? Darüber diskutiert Moderator Ralf Podszus mit Fachleuten, Beschäftigten und Verantwortlichen. Die Pflege, Behindertenhilfe und pädagogische Arbeit stehen im Fokus, aber auch andere Branchen sind angesprochen.“ (Website BGW) Für die Folgen 111 („Mein Kollege, der Roboter – KI in der Pflege“) und 112 („Pflegeroboter: Was sie schon können und was nicht“) war der Journalist, Produzent und Moderator im Gespräch mit Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich seit 2012 intensiv mit Robotern in der Pflege und KI-Systemen für das Wohlbefinden beschäftigt. 2017 richtete er für die Daimler und Benz Stiftung den Ladenburger Diskurs zu Pflegerobotern aus, aus dem 2018 der Herausgeberband „Pflegeroboter“ hervorging, mit über einer halben Million Accesses auf SpringerLink der Bestseller in diesem Bereich. 2019 folgte das Berliner Kolloquium zu Robotern in der Pflege. In letzter Zeit widmet sich der Wirtschaftsinformatiker und Technikphilosoph verstärkt dem Bereich der Inclusive AI. Weitere Informationen über www.bgw-online.de.

Abb.: Navel von Navel Robotics bei der ICSR 2024

Therapieroboter aus ethischer Sicht

Im Juni 2023 kommt das Buch „Assistive Technologien, technische Rehabilitation und Unterstützte Kommunikation“, herausgegeben von Martin Groß, Birgit Hennig, Stefan Kappel und Frank Wallhoff, auf den Markt. Darin enthalten ist der Beitrag „Therapieroboter aus ethischer Sicht“ von Oliver Bendel. Aus dem Abstract: „Der vorliegende Beitrag geht auf Therapieroboter ein. Diese werden wie Pflegeroboter als soziale Roboter verstanden. Es werden die Ziele, Aufgaben und Merkmale geklärt, es werden Beispiele gegeben, sowohl aus der Psychotherapie als auch aus der Ergo- und Physiotherapie, die etwa der orthopädischen und sportmedizinischen Rehabilitation dienen können, und es findet eine Diskussion aus Sicht der klassischen Bereichsethiken und der Maschinenethik statt. Deutlich wird, dass manche Antworten bereits heute geliefert werden können, andere jedoch noch empirischer Forschung und analytischer Arbeit bedürfen. Nicht zuletzt hängen einige von der sich entwickelnden Praxis ab, etwa davon, welche Rolle der Therapeut und Betreuer in Zukunft spielt, welcher Art die Therapieroboter sind und welche Verbreitung sie haben.“ Das Buch erscheint bei Springer und ist über den Verlag oder eine beliebige Buchhandlung erhältlich.

Abb.: Alpha Mini beim Yoga im Büro von Oliver Bendel

Roboter in der Therapie

Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben am Buch „Soziale Roboter“ mitgewirkt. Von Stefanie Baisch und Thorsten Kolling stammt die Abhandlung „Roboter in der Therapie: Vom Demonstrator zum Psychotherapeuten“. Aus dem Abstract: „Bereits heute, aber dank des demografischen Wandels umso mehr in Zukunft, sind therapeutische Ressourcen begrenzt. Infolgedessen können nicht alle Menschen die physische, psychische oder kognitive Therapie bekommen, die sie benötigen, um trotz Beeinträchtigungen möglichst selbständig am alltäglichen Leben teilnehmen zu können. Roboter könnten die Therapie quantitativ wie auch qualitativ verbessern und mehr Menschen Zugang zu einer Therapie ermöglichen. Im vorliegenden Beitrag werden die verschiedenen Rollen und Funktionen, die die Roboter in unterschiedlichen Therapiebereichen einnehmen können, sowie empirische Belege für Akzeptanz, Wirksamkeit und Einflussfaktoren vorgestellt, soweit vorhanden. Dabei zeigt sich, dass selbst in den besser untersuchten Populationen (Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung, ältere Erwachsene mit und ohne Demenz) die Datenbasis sehr dünn ist und noch viele Fragen offenbleiben. Neben Potenzialen werden forschungs- wie auch praxisbezogene und ethische Problemfelder des Einsatzes sozialer Roboter im therapeutischen Bereich identifiziert.“ Das von Oliver Bendel herausgegebene Werk ist Anfang November 2021 erschienen und verzeichnet bereits 30.000 Downloads. Es kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-31114-8 bezogen werden.

Abb.: Es müssen nicht immer Roboter sein