Bing – aus der Suchmaschine wird dank ChatGPT eine Antwortmaschine

Microsoft hat ChatGPT in seine Suchmaschine Bing integriert. Man bekommt auf der linken Seite des Bildschirms wie gewohnt eine Liste mit Websites angezeigt, rechts aber die Antworten des Chatbots und Content-Generators. So kann man nach einem Rezept für ein Drei-Gänge-Menü für sechs Personen fragen, die sich vegetarisch ernähren. Bing schlägt nicht nur das Drei-Gänge-Menü vor, sondern erlaubt auch gezielte Nachfragen zur Zubereitung. Wenn man sich erkundigt, wie man die Pilzcremesuppe zubereitet, gibt das System weitere Details preis. Microsoft fällt seit jeher dadurch auf, dass es die deutsche Sprache verfälscht. Im Thesaurus von MS Word wurde früher für das Wort „dunkel“ das Unwort „negerfarbig“ angegeben. Die Rechtschreibprüfung des Textverarbeitungsprogramms ignoriert wesentliche Regeln der deutschen Rechtschreibung, vor allem zu Getrennt- und Zusammenschreibung. Auf LinkedIn und Twitter herrscht eine Kunstsprache vor, in der im Wortinneren Sternchen oder Doppelpunkte vorkommen. ChatGPT gefällt bisher durch relativ korrekte Sätze. Aber auf der Website von Bing wird man wieder stutzig. Dort heißt es etwa: „Stellen Sie Fragen, wie Ihnen gefällt. Führen Sie eine komplexe Suche durch. Zur Nachverfolgung. Verfeinern Sie den Chat. Sie werden verstanden – und erstaunt.“ (Website Bing) Das erstaunt in der Tat, und man würde sich wünschen, dass Microsoft und andere Unternehmen – deutsche wie DeepL eingeschlossen – die deutsche Sprache in Zukunft besser behandeln.

Abb.: Staunen über die Sprache