Environmental Robotics and Society

From August 11 to 14, 2026, the Robophilosophy Conference 2026 will take place at University College Dublin in Dublin, Ireland, under the theme „Connected Futures – Nature, Robots, and Society“. The conference will bring together researchers from philosophy, robotics, artificial intelligence, ethics, law, and the environmental and social sciences to discuss the evolving relationship between intelligent technologies, the natural world, and society. One of the conference highlights is Session 2, „Environmental Robotics and Society“, scheduled on the first day from 2:10 p.m. to 4:25 p.m. The session will open with Janko Munjić’s presentation, „Posthuman Victims in the Anthropocene: Environmental Social Robots, Layered Harm, and the Edges of Criminal Law“, which examines legal and ethical questions surrounding environmental social robots. Oliver Bendel will then present „Towards a Discipline of Animal-Machine Interaction: Ethical and Design Challenges of Machines in Animal Habitats“, exploring the emerging field of interactions between machines and animals. Catherine F. Botha’s talk, „Ecobots and Ecological Capabilities: Ethical Reflections on Robots as Functional Ecological Agents“, will consider the ethical implications of robots acting as ecological agents. The session will conclude with „Aerial Robotics in Society: Energy, Ethics, and Accountability for Sustainable Monitoring“, presented by Ghulam E. Mustafa Abro and Johanna Seibt, addressing the societal, ethical, and sustainability aspects of aerial robotic systems. For more information about the conference and the full program, please visit www.rp2026.org/.

Fig.: Oliver Bendel with a teddy bear from the HUGGIE Project (Photo: Jork Weismann)

Was ist Robomobbing?

„Robomobbing ist die Blockierung bzw. Manipulation von KI-Systemen und Robotern oder der Widerstand gegen den Einsatz bestimmter Maschinen. Mögliche Beweggründe sind Existenzangst, Konkurrenzdruck, Kontrollverlust und Überforderung. Ferner kann die Belastung oder Benachteiligung durch Algorithmen gemeint sein. Bei den Akteuren gibt es Parallelen zu den Maschinenstürmern des 19. Jahrhunderts.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 24. Juni 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf weitere einführende Aussagen folgt der Abschnitt „Hintergrund und Beispiele“. Darin heißt es: „Das Phänomen des Robomobbings kann mannigfaltige Ausprägungen haben. KI-Systeme werden … mit falschen Daten gefüttert oder (etwa im Falle von Chatbots) mit Beschimpfungen bedacht. Arbeiter sabotieren den Betrieb von Industrierobotern. Passanten stellen sich Transportrobotern und Sicherheitsrobotern entgegen oder schlagen auf sie ein. Aktivisten dringen in Serverfarmen ein, um Kabel und Geräte zu zerstören oder Plakate und Flyer zu hinterlassen. Chefs von Robotik- und KI-Firmen werden verhöhnt oder angegriffen.“ Danach kommt der Abschnitt „Kritik und Ausblick“. Der vollständige Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/robomobbing-177958 aufgerufen werden.

Abb.: Ein Veteran der Sozialen Robotik

Grundlagen zu Wearable Social Robots

„Wearable Social Robots sind sehr kleine und sehr leichte soziale Roboter, die um den Hals, auf dem Kopf, am Körper oder an der Kleidung bzw. an oder in einer Tasche getragen werden können. Sie sind oftmals mit entsprechenden Befestigungselementen ausgestattet, etwa Halsketten, Seilschlaufen und Metallplatten.“ Mit diesen Worten beginnt ein Beitrag von Oliver Bendel, der am 24. Juni 2026 im Gabler Wirtschaftslexikon erschienen ist. Auf weitere einführende Aussagen folgen die Abschnitte „Hintergrund und Beispiele“, „Einsatzmöglichkeiten“ und „Kritik und Ausblick“. Zu den Einsatzmöglichkeiten wird gesagt: „Wearable Social Robots dienen als Spielzeug und Lernwerkzeug oder als Companion Robot bzw. Pet Robot, wobei Kinder, Jugendliche oder Erwachsene angesprochen werden. Man kann sich von ihnen bespaßen lassen und von oder mit ihnen lernen. Sie mögen verlässliche Bezugspunkte darstellen und Stress und Einsamkeit reduzieren.“ Davor heißt es: „Beispiele für Wearable Social Robots mit festem Gehäuse sind AIBI (LivingAI) und Eiliko (Energize Lab). Ein Fell haben Moflin (Casio), Cupboo AI Robotic Pet (Genmoor Group) und Mirumi (Yukai Engineering).“ Es deutet alles darauf hin, dass in den nächsten Monaten und Jahren noch zahlreiche weitere Wearable Social Robots auf den Markt kommen. Der vollständige Beitrag kann über wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/wearable-social-robots-177953 aufgerufen werden.

Abb.: Oliver Bendel mit AIBI

A Talk on Animal-Machine Interaction

On June 23, 2026, Oliver Bendel gave a presentation on animal-machine interaction to Prof. Dr. Emily Cross’s research group at ETH Zurich. He had been invited by Dr. Amol Deshmukh, whom he had met at the ICSR in Qatar and had seen several times since then. From the announcement text of „Fundamentals and Examples of Animal-Machine Interaction“: „Animal-Machine Interaction (AMI) explores encounters and interactions between animals and machines – from traditional devices, vehicles, aircraft, and agricultural machinery to networked autonomous robots and AI systems. At its core are perception through sensors and senses, interaction and communication between animals and machines, and the question of how these encounters can be designed from technical, organizational, and ethical perspectives to reduce risks for animals while unlocking benefits for both animals and humans. In his lecture, Prof. Dr. Oliver Bendel presents the fundamentals of Animal-Machine Interaction and describes prototypes and research projects in the field. He also outlines what may become possible and what can be expected in this area of research over the coming years.” The participants were very interested and asked several questions about this new and fascinating field. Springer Gabler recently published a slim volume titled „Tier-Maschine-Interaktion (Animal-Machine Interaction)“ by Oliver Bendel.

Fig.: Oliver Bendel during his talk (Photo: Amol Deshmukh)

Bei Konrad Zuse in Lohn und Brot

Seit 1994 bieten die Aktiven Seniorinnen und Senioren Hinwil (ASSH) einen monatlichen Vortrag an. Zu den Referenten gehörten Claude Nicollier, Astronaut und Wissenschaftler, Ulrich Tilgner, Nahostkorrespondent, Franz Hohler, Schriftsteller, und Erich von Däniken, Bestsellerautor. Am 17. Juni 2026 war Oliver Bendel zu Gast. Im Anmeldeflyer hieß es im Teaser: „Professor Oliver Bendel ist laut Tages-Anzeiger der Schweizer Roboter-Flüsterer. Er erklärt uns, wie Roboter bei uns einziehen werden. Mit hilfreichen Fähigkeiten, aber auch zukünftigen Abhängigkeiten.“ Der Titel des Vortrags lautete „Soziale Roboter, Assistenzroboter und Allzweckroboter“. In seinem Vortrag beleuchtete Prof. Dr. Oliver Bendel die Rolle sozialer Roboter, gegenwärtiger Assistenzroboter und künftiger Allzweckroboter in der Pflege. Anhand zahlreicher aktueller Beispiele aus Forschung und Praxis zeigte er, wie Robotersysteme bereits heute Pflegekräfte unterstützen, Pflegebedürftige aktivieren und bei alltäglichen Aufgaben helfen können. Dabei ging es sowohl um soziale Interaktion und Unterhaltung als auch um konkrete Assistenzleistungen wie Handreichungen, Mobilisierung oder Unterstützung im Pflegealltag. Darüber hinaus widmete sich der Vortrag den ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die mit dem Einsatz von KI-gestützten Robotern verbunden sind. Danach fand eine rege Diskussion statt. Die ca. 90 Anwesenden widerlegten eindrucksvoll, dass sie in ihren Achtzigern und Neunzigern zum alten Eisen gehören. Einer offenbarte im persönlichen Gespräch sogar, dass er noch für Konrad Zuse arbeitete. Dieser wäre am 22. Juni 2026 116 Jahre alt geworden.

Abb.: Oliver Bendel bei den Aktiven Seniorinnen und Senioren Hinwil (Foto: Henning Gietenbruch)

Wolkenklar? Alles klar!

Die Hitze hat die Schweiz und ganz Europa fest im Griff. Auf Google-Pixel-Smartphones wird derzeit in der Wetteranzeige angegeben, es sei bzw. werde tagsüber „wolkenklar“. Der aufmerksame Benutzer ist erstaunt, denn diesen Ausdruck gibt es nicht im deutschen Sprachgebrauch. Dagegen sind „wolkenlos“, „wolkenfrei“, „heiter“, „sonnig“ oder „klar“ feste Bestandteile der Wettermeldungen. Vermutlich handelt es sich um ein Ergebnis automatischer Übersetzung. „Wolkenklar“ folgt bekannten Wortbildungsmustern (man denke an „sternenklar“ oder „glasklar“), hat sich aber nie im Deutschen durchgesetzt. Es ist auch nicht ganz klar, was damit gemeint sein könnte. Ist es so klar, dass man die Wolken sehen kann? Wohl kaum. Vielleicht wurde eine englische Beschreibung wie „mostly clear“ oder „clear skies“ zum Ausgangspunkt genommen. Man fühlt sich an den Thesaurus von Microsoft erinnert, der im Jahre 2008 als Synonym zu „dunkel“ allen Ernstes „negerfarbig“ vorschlug. Vielleicht steckt heute generative KI dahinter, vielleicht auch nicht. Immer wieder wird im Zusammenhang mit generativer KI behauptet, diese würde mehrheitlich verständliche, ja weitgehend fehlerfreie Sprache produzieren. Das Gegenteil ist der Fall. Google, Microsoft und OpenAI scheitern seit jeher an der deutschen Sprache, grammatikalisch wie semantisch, und heute sind meist Textgeneratoren im Spiel. Oftmals werden englische Wort- und Satzstrukturen übertragen. Zuweilen bringt auch eine Ideologie die Sprache durcheinander. Das ist bei einem Ausdruck wie „wolkenklar“ kaum anzunehmen. Dennoch trägt seine Verwendung nicht gerade zur Klarheit bei.

Abb.: Ein neues deutsches Wort, erfunden von einer amerikanischen Firma

ARGOS: Reimagining Homer’s „Odyssey“ with a Robot Dog

The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1–4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. This year’s conference combines cutting-edge research in social robotics with a unique focus on artistic and creative applications of robotics. One of the highlights of the conference will be ARGOS, a performance staged on 3 July 2026 at Senate House in London. Rooted in Homer’s „Odyssey“, ARGOS reimagines the return of Odysseus after twenty years of war, recognized only by his faithful dog, here embodied by a real robot dog. The performance explores trust, intimacy, error, vulnerability, and the ethics of human-robot relationships. Developed as part of the Creative Robotics Theatre research initiative, ARGOS is a collaboration between the University of the Arts London, the University of Leeds, the Cyprus University of Technology, and CYENS. Directed by George Rodosthenous and produced by Hooman Samani, the project demonstrates how robotics and theatre can come together to inspire new reflections on technology and human connection. Further information is available at hoomansamani.com/creative-robotics/creative-robotic-theatre/argos/.

Fig.: The poster for the ARGOS performance

Ein Wearable Social Robot aus Japan

Mirumi ist ein Wearable Social Robot von Yukai Engineering, der nach Angaben des japanischen Unternehmens entwickelt wurde, um kleine Momente emotionaler Verbundenheit zu schaffen. Mit seinen Armen klammert er sich am Taschenriemen oder an anderen Dingen fest. Er begleitet seinen Besitzer und dreht seinen Kopf mit einem schüchternen, neugierigen Blick, wenn er Geräusche wahrnimmt oder berührt wird. Manchmal macht er dies auch ganz von allein. Anstatt praktische Funktionen zu bieten, regt er zu spontanen sozialen Interaktionen an und zaubert oft ein Lächeln auf die Gesichter der Menschen in seiner Umgebung. Mirumi ist ein weicher Roboter, ähnlich wie Cupboo AI Robotic Pet (auch bekannt als Cupboo, Boo Boo und Booboo) und im Gegensatz zu Modellen mit festem Gehäuse wie AIBI oder Eiliko. Mit weichem Kunstfell überzogen, fühlt er sich eher wie ein Plüschtier an als wie eine Maschine. Mirumi kann auf Geräusche reagieren, versteht jedoch keine Sprache und erkennt keine Wörter. Er ist für Benutzer ab 15 Jahren gedacht und soll zeigen, wie einfache, ausdrucksstarke Reaktionen zwischenmenschliche Beziehungen im Alltag fördern können. Ein Demonstrationsvideo ist auf YouTube unter www.youtube.com/watch?v=PEtshGcvtRk zu finden. Weitere Informationen findet man auf der offiziellen Mirumi-Website unter mirumi.tokyo.

Abb.: Ein Model mit Mirumi (Foto: Yukai Engineering)

Who Says Debates Are Only for Humans?

The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1–4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. This year’s conference combines cutting-edge research in social robotics with a unique focus on artistic and creative applications of robotics. One of the highlights of the conference will be the debate programme on 2 July 2026, which promises a day of lively discussions on some of the most important questions shaping social robotics, society, and the arts. The debates will explore themes ranging from education and healthcare to fashion, human-robot interaction research, and the future of the human body, bringing together researchers, practitioners, artists, and technologists from diverse backgrounds. Combining critical reflection with creative provocation, the programme encourages participants to rethink what social robots can be, what roles they might play, and how they may transform our societies in the future. And who says debates are only for humans? The programme even includes a social robot that will have the opportunity to answer back. Those interested in the full range of debate topics and participants can find further information at icsr2026.uk/debates/.

Fig.: Euclid will be there for the debate (Photo: ICSR)

Queere Liebespuppen und Sexroboter

Ein Artikel mit dem Titel „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ von Maaike van der Horst und Anna Puzio wurde im März 2026 in der Zeitschrift Philosophy & Technology publiziert. Erstaunlicherweise werden darin mehrere für das Thema hochrelevante Arbeiten nicht erwähnt, darunter wissenschaftliche Texte von Tanja Kubes und Oliver Bendel. Infolgedessen wirken Ansprüche der Autorinnen in Bezug auf Originalität weniger überzeugend, als sie es sonst hätten sein können. Nach einem Austausch mit einem der Herausgeber der Zeitschrift, Luciano Floridi, reichte Oliver Bendel daher einen Kommentar ein. Dieser würdigt zwar den wertvollen Beitrag des Artikels, insbesondere die Verknüpfung von queerer lacanianischer Psychoanalyse und neuem Materialismus, argumentiert jedoch, dass die Darstellung der bisherigen Forschungslage unvollständig sei. Mehrere als neuartig präsentierte Schlüsselthemen und Vorschläge – darunter Kritik an der Nachahmung humanoider Züge, neomaterialistische Ansätze zu Sexualität und Technologie, queere Designkonzepte, relationale Ontologie und transformative Formen von Sexrobotern – waren bereits in früheren Arbeiten von Tanja Kubes und Oliver Bendel entwickelt worden. Das Auslassen dieser Beiträge beeinträchtigt die Beurteilung der Originalität, die Rekonstruktion der intellektuellen Entwicklung des Fachgebiets und die Zuweisung wissenschaftlicher Anerkennung. Der Kommentar fordert daher eine umfassendere wissenschaftliche Genealogie queerer und neomaterialistischer Ansätze zu Sexrobotern und argumentiert, dass sorgfältige Zitierpraktiken für die Wahrung der Integrität des akademischen Diskurses unerlässlich sind. Der Artikel „Who Queered the Sex Robot? Notes on Attribution and Conceptual History“ wurde am 10. Juni 2026 in Philosophy & Technology veröffentlicht und ist über link.springer.com/article/10.1007/s13347-026-01123-3 abrufbar.

Abb.: Kokeshi aus dem Cybrothel (Foto: Cybrothel)

Meet Mirumi, the Fluffy Wearable Social Robot

Mirumi is a wearable social robot from Yukai Engineering designed to create small moments of emotional connection. Attached to a bag strap, it accompanies its owner and turns its head with a shy, curious gaze in response to sound, touch, or sometimes autonomously. Rather than offering practical functions, it encourages spontaneous social interactions and often attracts smiles from people nearby. Mirumi is a soft robot, similar to the Cupboo AI Robotic Pet (aka Cupboo, Boo Boo, and Booboo) and unlike hard-bodied robots such as AIBI or Eiliko. Covered in Japanese-made faux fur, it feels more like a plush companion than a machine. Mirumi can react to sounds but does not understand language or recognize words. Intended for users aged 15 and older, it is designed to demonstrate how simple, expressive movements can foster human connection in everyday life. A demonstration video can be viewed on YouTube at www.youtube.com/watch?v=PEtshGcvtRk. Further information is available on the official Mirumi website at mirumi.tokyo.

Fig.: A screenshot from the Mirumi video

Ein Schwerpunkt zu Allzweckrobotern

Die aktuelle Ausgabe der VDI nachrichten widmet sich Allzweckrobotern und anderen humanoiden Robotern. Dabei stehen weniger die Ankündigungen und Investitionen der Branche im Mittelpunkt als vielmehr die Voraussetzungen für die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Maschinen. Der Schwerpunkt beleuchtet – so Martin Ciupek, Redakteur der Zeitschrift, auf LinkedIn – den Stand der Technik, die Herausforderungen auf dem Weg zu wirklich autonomen Systemen, aktuelle Trainingsmethoden für Roboter sowie die zugrunde liegenden IT- und KI-Architekturen. Für die Einordnung ethischer und gesellschaftlicher Aspekte wurde unter anderem der Technikphilosoph, Informations- und Maschinenethiker Oliver Bendel befragt. Die Beiträge zeigen, dass trotz großer Fortschritte und hoher Erwartungen noch wichtige technische, organisatorische und gesellschaftliche Fragen zu lösen sind, bevor Allzweckroboter und andere humanoide Roboter flächendeckend in Fabriken und im Haushalt bzw. Alltag eingesetzt werden können. Die gedruckte Ausgabe ist ab dem 13. Juni 2026 erhältlich. Die digitalen Beiträge erscheinen laufend auf www.vdi-nachrichten.com.

Abb.: Unitree G1 wäre gerne ein Allzweckroboter

Booboo an der University of Houston

Prof. Dr. Oliver Bendel beschäftigt sich seit einiger Zeit mit kleinen, weichen Robotern und Wearable Social Robots wie dem Cupboo AI Robotic Pet (kurz Cupboo, Boo Boo oder Booboo), AIBI und Eiliko. In einem Beitrag für die ICSR 2025 zeigte er das Potenzial solcher Systeme für Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen auf. In einem Vortrag bei der Fachtagung „KI trifft Autismus“ am 30. Mai 2026 hob er die Chancen hervor, die kleine, weiche Roboter und Wearable Social Robots autistischen Menschen bieten können. Das neue ELARA-Labor der University of Houston verfolgt einen ähnlichen Ansatz. Es untersucht, wie KI-gestützte Roboter älteren Menschen dabei helfen können, länger selbstständig zu leben und ihre soziale Isolation zu verringern. Unter der Leitung von Chorong Park, Associate Professor, wird ein KI-Begleitroboter entwickelt, der speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten ist und dabei Aspekte wie Vertrauen, Komfort und Datenschutz berücksichtigt. Im Rahmen von Feldstudien testete das Labor gemeinsam mit dem Mamie George Community Center verschiedene Desktop-Roboter und kleine, weiche Roboter wie EMO, Moflin und Cupboo. Neben den Chancen weisen sie auch auf Risiken hin. Eine zu starke emotionale Bindung an KI-Systeme könnte insbesondere bei sozial isolierten Menschen problematisch sein. Auch diesen Aspekt erforscht Oliver Bendel, am Beispiel von Chatbots bereits seit 2012.

Abb.: Booboo im Büro von Oliver Bendel

Das Schmälern der Leistung von Mädchen und Frauen

Wie schmälert man in Texten die Leistung von Mädchen und Frauen? Indem man an der falschen Stelle movierte Formen verwendet. Im Rahmen der Rechtschreibprüfung eines Empfehlungsschreibens schlägt ChatGPT vor, den Satz „Sie gehört zu den Wissenschaftlern ihrer Generation, die das Potenzial besitzen …“ abzuändern in „Sie gehört zu den Wissenschaftlerinnen ihrer Generation, die das Potenzial besitzen …“. Damit wäre sie nicht mehr so herausgehoben wie vorher, und sie dürfte sich nur noch an Frauen messen, nicht an Männern. Auf Seite 20 des Romans „What we can know“ von Ian McEwan steht: „Mary Sheldrake was among the most successful novelists of her generation.“ Dies könnte man übersetzen mit: „Mary Sheldrake gehörte zu den erfolgreichsten Romanautoren ihrer Generation.“ Erstaunlicherweise lautet die Stelle im deutschsprachigen Buch „Was wir wissen können“ (Diogenes) auf Seite 37 aber: „Mary Sheldrake war eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen ihrer Generation.“ Das macht sie unbedeutender, als sie ist – sie ist in ihrer Generation nicht nur unter den professionell schreibenden Frauen eine der erfolgreichsten, sondern unter allen, die professionell schreiben. Grundsätzlich können movierte Formen dieser Art ausschließlich auf weibliche Personen zielen. Sie können nicht generisch sein. Und es ist irreführend bzw. fehlerhaft, sie in der genannten Weise zu verwenden.

Abb.: Das Schmälern der Leistung von Mädchen und Frauen

Who Queered the Sex Robot?

An article titled „Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism“ by Maaike van der Horst and Anna Puzio was published in the journal Philosophy & Technology in March 2026. Surprisingly, it does not reference several works that are highly relevant to the topic, including publications by Tanja Kubes and Oliver Bendel. As a result, some of the article’s claims to originality appear less convincing than they might otherwise have been. Following an exchange with one of the journal’s editors, Luciano Floridi, Oliver Bendel therefore submitted a commentary, which was published in Philosophy & Technology on June 10, 2026. From the abstract: „This commentary discusses Maaike van der Horst and Anna Puzio’s article ‚Queering Sex Robots Beyond Diversifying Design? Insights from Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism‘. While acknowledging the article’s valuable contribution, particularly its integration of Queer Lacanian Psychoanalysis and New Materialism, the commentary argues that its account of prior scholarship is incomplete. Several key themes and proposals presented as novel – including critiques of humanoid mimicry, new-materialist approaches to sexuality and technology, queer design concepts, relational ontology, and transformative sex robot forms – had already been developed in earlier work by Tanja Kubes and Oliver Bendel. The omission of these contributions affects assessments of originality, the reconstruction of the field’s intellectual development, and the allocation of scholarly credit. The commentary therefore calls for a more comprehensive scholarly genealogy of queer and new-materialist approaches to sex robots and argues that careful citation practices are essential to maintaining the integrity of academic discourse.“ The article „Who Queered the Sex Robot? Notes on Attribution and Conceptual History“ can be accessed at link.springer.com/article/10.1007/s13347-026-01123-3.

Fig.: A love doll in Berlin (Photo: Cybrothel)

Blockmodul „Pflegerobotik“ an der HTU

Zwischen dem 8. und dem 19. Juni 2026 findet an der Hochschule für Technik und Umwelt FHNW (HTU) das Blockmodul „Pflegerobotik“ statt. Wissenschaftlich verantwortlich ist Prof. Dr. Roland Anderegg, Leiter Institut für Automation. Es werden Grundlagen zur Robotik, zur Künstlichen Intelligenz und zur Sozialen Robotik erarbeitet. Auch Marktentwicklung und Wirtschaftsumfeld spielen eine Rolle. Die Case Studies beziehen Praxisbeispiele aus Japan und der Schweiz ein. Vier Pflegeeinrichtungen fungieren als Fallgeber, das Regionale Alters- und Pflegezentrum Reiden, das Alterszentrum Am Bachgraben, das Pflegezentrum Süssbach und das Seniorenzentrum Untergäu. Das Inselspital Bern wird besucht, um die Sicht der Spitallogistik kennenzulernen. Prof. Dr. Oliver Bendel von der Hochschule für Wirtschaft FHNW vermittelte am 9. Juni die Grundlagen zur Sozialen Robotik und stellte Fragen aus Informationsethik und Maschinenethik heraus. Mit dabei war ein Teil seines privat finanzierten Social Robots Lab, namentlich Alpha Mini, Cupboo (Boo Boo), Eiliko und AIBI. Alle vier können wertvolle und zugleich niederschwellige Hilfen sein für beeinträchtigte und behinderte Personen. Insbesondere Eiliko und Aibi gelten als Wearable Social Robots.

Abb.: Der Wearable Social Robot Eiliko

ICSR + Art 2026: Regular Registration Deadline Approaching

The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1–4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. This year’s conference combines cutting-edge research in social robotics with a unique focus on artistic and creative applications of robotics. The programme features keynote lectures, paper presentations, workshops, special sessions, debates, exhibitions, competitions, and networking opportunities, reflecting both the scientific and cultural dimensions of the field. Hosted at the historic Senate House of the University of London, ICSR + Art 2026 brings together experts from academia, industry, healthcare, design, the arts, and related disciplines. The conference theme highlights how robots can move beyond traditional functional roles to become creative partners and collaborators. At the same time, the event remains open to the full spectrum of social robotics research, including human–robot interaction, artificial intelligence, ethics, education, assistive robotics, and design. Participants can look forward to a diverse programme that includes the Robot Fringe Festival, the Grand Challenge, artistic performances, industry events, and opportunities to engage with leading researchers and practitioners from around the world. Please note that the deadline for regular registration is 15 June 2026. Registration details are available at: icsr2026.uk/registration/.

Fig.: Exploring social robots in London

Unendliche Weiten

Das Buch „300 Keywords Weltraum“ von Oliver Bendel ist am 28. August 2025 bei Springer Gabler erschienen. Inzwischen gibt es über 11.000 Accesses. Es handelt sich um ein Grundlagenwerk zur Raumfahrt und zum Weltraum. Es enthält zahlreiche Exkurse, etwa zur Weltraumlyrik und zur Weltraumkunst – oder zum mythologischen Hintergrund der Benennung von Himmelkörpern und Galaxien. Damit dringt man auch in die Randbereiche des Weltraums vor. Zentrale Themen, die sich durch das ganze Buch ziehen, sind Ethik, Robotik und Umwelt. In diesen Bereichen ist der Technikphilosoph und Wirtschaftsinformatiker aus Zürich zu Hause. Man kann sich entweder von A wie Anthropozän bis Z wie Zwergplanet durchlesen oder sich einen der über 300 Begriffe aussuchen und von diesem aus weiterspringen. Es ist das sechste „Keywords“-Buch von Oliver Bendel, wobei zwei davon bereits in zweiter Auflage vorliegen, nämlich das zur Informationsethik und das zur Digitalisierung. Zuletzt erschien in dieser Reihe „300 Keywords Generative KI“. Das Buch kann über link.springer.com/book/10.1007/978-3-658-49287-8 heruntergeladen oder bestellt werden. Zudem ist es über den Buchhandel erhältlich.

Abb.: Im Troodos Observatory auf Zypern

ICSR + Art 2026 Announces Preliminary Programme

The 18th International Conference on Social Robotics (ICSR + Art 2026) will take place in London, UK, from 1–4 July 2026. ICSR is the leading international forum that brings together researchers, academics, and industry professionals from across disciplines to advance the field of social robotics. The preliminary programme, now available, offers four days of scientific exchange, artistic exploration, and community building, featuring keynote lectures, paper presentations, special sessions, workshops, debates, a Grand Challenge, exhibitions, and a variety of networking opportunities. Reflecting the conference theme ICSR + Art, the programme highlights the growing intersections between social robotics and creative practice through events such as the Robot Fringe Festival, the Rising Stars in Social Robotics event, the premiere performance of Quantwin by Silke Grabinger, the 1001 Nights with Robots Show, Argos, and the Robot Fashion Show, while also covering the full breadth of contemporary social robotics research. Participants will have opportunities to engage with leading experts from academia, industry, healthcare, design, the arts, and other fields. Full details of the programme are available at icsr2026.uk/programme/.

Fig.: Unitree G1 in Zurich

Soziale Roboter, Assistenzroboter und Allzweckroboter

Die Aktiven Seniorinnen und Senioren Hinwil (ASSH) bieten seit 1994 einen monatlichen Vortrag für die ältere Generation aus Hinwil und Umgebung an. Zu den Referenten gehörten Claude Nicollier, Astronaut und Wissenschaftler, Ulrich Tilgner, Nahostkorrespondent, Franz Hohler, Schriftsteller, und Erich von Däniken, Bestsellerautor. Am 17. Juni 2026 ist Oliver Bendel zu Gast. Im Anmeldeflyer heißt es im Teaser: „Professor Oliver Bendel ist laut Tages-Anzeiger der Schweizer Roboter-Flüsterer. Er erklärt uns, wie Roboter bei uns einziehen werden. Mit hilfreichen Fähigkeiten, aber auch zukünftigen Abhängigkeiten.“ Der Titel des Vortrags lautet „Soziale Roboter, Assistenzroboter und Allzweckroboter“. In seinem Vortrag beleuchtet Prof. Dr. Oliver Bendel die Rolle sozialer Roboter, gegenwärtiger Assistenzroboter und künftiger Allzweckroboter in der Pflege. Anhand zahlreicher aktueller Beispiele aus Forschung und Praxis zeigt er, wie Robotersysteme bereits heute Pflegekräfte unterstützen, Pflegebedürftige aktivieren und bei alltäglichen Aufgaben helfen können. Dabei geht es sowohl um soziale Interaktion und Unterhaltung als auch um konkrete Assistenzleistungen wie Handreichungen, Mobilisierung oder Unterstützung im Pflegealltag. Darüber hinaus widmet sich der Vortrag den ethischen und gesellschaftlichen Fragen, die mit dem Einsatz von KI-gestützten Robotern verbunden sind. Die Anmeldung erfolgt bis zum 12. Juni 2026 über www.hinwil-assh.ch. In seinem Buch „300 Keywords Weltraum“ hatte Oliver Bendel übrigens geschrieben: „Der schweizerische Autor Erich von Däniken nahm … an, dass Stonehenge als Landeplattform für Außerirdische gedient hat, was man als Unsinn bezeichnen darf.“

Abb.: Auch Miroka wird in der Pflege eingesetzt

AI for Endangered Languages

Since 2012, Prof. Dr. Oliver Bendel (FHNW School of Business) has initiated and implemented a wide variety of chatbots and voice assistants. These systems have been covered by the media and have even attracted the interest of NASA. His theoretical foundation and practical expertise stem from his doctoral dissertation on this topic, which dates back a quarter of a century. Since 2022, his focus has been on dialogue systems for dead and endangered languages. This work has resulted in @ve, a chatbot for Latin (implemented by Karim N’Diaye), @llegra, a voice-enabled chatbot for Vallader, a variety of Romansh (implemented by Dalil Jabou), and kAIxo, a voice-enabled chatbot for Basque (implemented by Nicolas Lluis Araya). In addition, Oliver Bendel is experimenting with chatbots for extinct languages such as Egyptian and Akkadian. On April 8, 2026, his article „Chatbots for Dead, Endangered, and Extinct Languages: Possibilities and Limitations of Generative AI for Continuing Education“ was published in Wiley Industry News. The article focuses on the question of how chatbots based on generative AI can contribute to the preservation and promotion of dead, endangered, and extinct languages in continuing education, as well as in formal education. Oliver Bendel is also involved in the University of Applied Sciences of the Grisons‘ IdiomVoice project, which will be presented on June 17, 2026, at the GRdigital Project Showcase during an evening networking reception. Visitors to the showcase will have the opportunity to explore the current prototype and interact directly in Sursilvan with the two chatbot characters, Lina and Brida. With @llegra, Lina, and Brida, Graubünden has gained several digital ambassadors for its Romansh idioms.

Abb.: @llegra im Juli 2023 in Graubünden

Kann man Gedanken aus dem Gehirn auslesen?

Der Wissenschaftsjournalist Tim Reinboth hat am 30. Mai 2026 in Golem den Artikel „Aus Hirndaten mentale Bilder dekodieren“ veröffentlicht. Der Teaser lautet: „Gedanken aus unserem Gehirn auszulesen, gilt als Science-Fiction. Neue Forschung zeigt jedoch, dass so etwas Ähnliches langsam funktioniert.“ Der Text beginnt mit den Worten: „Keine Gehirn-Computer-Schnittstelle und kein neurowissenschaftlicher Ansatz kann Gedanken lesen. Daher weiß auch Tomoyasu Horikawa nicht genau, was im Kopf seiner Probanden vorgeht. Allerdings hat er mit einer neuen Methode Szenen rekonstruiert, die sich Probanden in einem Magnetresonanztomografen (MRT) vorstellten, und ließ sie einen Computer in Worte fassen.“ (Golem, 30. Mai 2026) Zu Wort kommt Prof. Dr. Oliver Bendel, der sich seit Jahren mit Brain-Computer-Interfaces beschäftigt – und schon als Student ein wenig Geld dazuverdiente, indem er Psychologen an der Universität Konstanz seine Gehirnaktivitäten messen ließ, während er verstörende Bilder anschauen musste. Die Möglichkeit des Gedankenlesens schließt er nicht grundsätzlich aus – man befindet sich im Moment ganz am Anfang, macht aber erstaunliche und beunruhigende Fortschritte, die Informationsethik und KI-Ethik auf den Plan rufen. Der Artikel kann hier aufgerufen werden.

Abb.: Eine Lösung von BrainScope